Porträt

Geschichte

Die Politische Gemeinde Bussnang wurde am 1.1.1996 "geboren". Sie umfasst mit Bussnang, Friltschen, Lanterswil, Mettlen, Oberbussnang, Oppikon, Reuti und Rothenhausen acht der früheren neun in der Munizipalgemeinde Bussnang zusammengefassten Ortsgemeinden. Die neunte, Istighofen, wurde damals ein Teil der Gemeinde Bürglen.

Bis ins ausklingende 19. Jahrhundert spielte im Gemeindegebiet Rebbau und Kornanbau eine wichtige Rolle. Es wird berichtet, dass an den Hängen des Wertbühls einer der besten thurgauischen Weine reifte. Heute finden sich keine Rebberge mehr im Gemeindegebiet, nur noch die Bezeichnung Weingarten ist geblieben.

Durch den Bau der Mittel-Thurgau-Bahn wurde Bussnang anfangs des 20. Jahrhunderts ans Verkehrsnetz angeschlossen und erhielt den Viadukt über das Furtbachthal. Viadukt und die beiden markanten Kirchen bilden heute das Wahrzeichen, auf welches wir besonders Stolz sind, wenn auf dem Viadukt eine in Bussnang gebaute Zugskomposition verkehrt.

Jedes Gebiet der früheren Ortsgemeinden hat seine eigene Geschichte, gehörte im Zeitenlauf unterschiedlichen Herren, wurde verkauft, verschenkt und verpfändet.

1978 wurden nach dem Thurhochwasser in Bussnang oberhalb des Ganggelisteges Überreste einer römischen Holzbrücke gefunden, die seit 124 n. Chr. über die Thur führte. Bussnang selbst wurde erstmals in einer wahrscheinlich aus dem Jahr 822 stammenden Urkunde unter dem Pussinwanc erwähnt. 855 wurde hier eine dem heiligen Gallus geweihte Kirche gegründet, die 1123 Johannes der Täufer als neuen Patron erhielt. Die weitläufige Kirchgemeinde umfasste ein grosses Gebiet, dass dies noch heute so ist, lässt sich aufgrund des gültigen Friedhofreglementes nachvollziehen. Im Hochmittelalter erhielten die Freiherren von Bussnang grössere Ländereien zum Lehen, mussten diese aber nach dem Appenzellerkrieg Stück für Stück verkaufen bis so 1443 auch Bussnang unter die Herrschaft von Weinfelden kam.

Friltschen wurde erstmals 865 als Fridolteshova erwähnt. Wie im ganzen Ostschweiz blühte auch hier in den Jahren zwischen 1870 und 1920 die Heimstickerei. In den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts fand Industrie Eingang ins Ortsbild, von 1923 bis 1960 wurden in einem Fabrikgebäude beim Areal der heutigen Letrona AG Spezial-Kinderschuhe produziert.

Als Landretswiller taucht Lanterswil 1272 auf. Wie in Friltschen war hier bis 1798 der eidgenössische Landvogt im Thurgau persönlich für die hohe und niedere Gerichtsbarkeit zuständig.

Mit ziemlicher Sicherheit wurde Mettlen 845 als Mittalono schriftlich belegt. 1155 überliess Eberhard von Mettlen seinen Grundbesitz dem Domstift Konstanz. Das stattliche Fabrikationsgebäude der Firma ESGE AG wurde 1903 als Fabrik für eine Schifflistickerei gebaut. Bevor 1963 hier die ESGE die Fabrikation elektrischer Geräte aufnahm, wurden im Gebäude Schuhe fabriziert. Westlich des Dorfes befindet sich die Tongrube der Ziegelei Istighofen, der Ton wird per Lastwagen durch Mettlen zur Fabrik geführt.

Oberbussnang erscheint 857 als duobus Bussenanc. In früheren Zeiten war in der zur Oberbussnang gehörenden Margenmühle eine Wirtschaft. Diese wurde 1915 geschlossen, 1920 wurde hier auch die Mühle und 1928 die Sägerei aufgegeben.

Oppikon selbst ist mit seiner ersten Erwähnung im Jahre 1352 eine vergleichsweise junge Siedlung. Bereits 822 wurde der heute zu Oppikon gehörende Schmidshof als Uuirinchoua erwähnt. In der Nähe von Eppenstein lag die Burg der Herren von Eppenstein, die 1407 von den anstürmenden Appenzellern zerstört wurde.

Reuti gehörte mit dem Wertbühl bis zum Untergang der alten Eidgenossenschaft zur Herrschaft Bürglen. Wertbühl ist nicht nur ein wunderbarer Aussichtspunkt, sondern auch eine sehr alte Siedlung mit einer ehemaligen Burg und der noch immer bestehenden Wallfahrtskirche der heiligen Verena.

Rothenhausen wird 857 erstmals als Rotenhuson erwähnt, der Weiler Puppikon tritt bereits einige Jahre früher als Puckinchova in Erscheinung. 1921 wurde das sich in alten Karten verzeichnete Ried links und rechts der Thurbrücke entwässert.

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